{"id":1642,"date":"2013-06-25T16:49:24","date_gmt":"2013-06-25T14:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/neustimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=1642"},"modified":"2020-11-13T22:55:47","modified_gmt":"2020-11-13T21:55:47","slug":"stimme-nr-87-sommer-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/stimme\/2013\/1642","title":{"rendered":"#87\/2013 Mode"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3-741x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2486\" width=\"371\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3-741x1024.jpg 741w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3-217x300.jpg 217w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3-768x1061.jpg 768w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3-520x718.jpg 520w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_01_cover-3.jpg 795w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Was kann ein Kleid, was k\u00f6nnen Textilien, Schnitte, Farben und Muster aussagen? Was ist Mode au\u00dfer Konsumgut und Wirtschaftsfaktor noch? Die Geschichte der Mode ist eng mit gesellschaftlichen Klassen, Geschlechtern und ethnischen Zugeh\u00f6rigkeiten ihrer Tr\u00e4gerInnen verbunden, aber auch mit Protest und Ausdruck der (politischen) Zugeh\u00f6rigkeit. Die rote Jakobinerm\u00fctze der ersten franz\u00f6sischen Revolution, T-Shirt mit Che Guevera oder der von Mary Quant entworfene Minirock sind nur wenige Beispiele. Erbitterte K\u00e4mpfe um textile Rohstoffe haben ebenso mit Mode zu tun wie Ausbeutung und Gewalt zur Niederschlagung von Streiks in der Textilindustrie. Die weltweit vorherrschenden Modetrends sind Zeichen politischer Machtverh\u00e4ltnisse. Wer politisch und wirtschaftlich das Sagen hat gibt auch den modischen Ton an. <br> Lederhose und Dirndl waren im Nationalsozialismus zum &#8222;urdeutschen&#8220; Kleidungsst\u00fcck auserkoren, auch heute wird die Tracht teilweise im Sinne der &#8222;Heimat&#8220; ideologisch genutzt. Gerade deswegen gilt es als Provokation, wenn Migrantinnen und Migranten in sie schl\u00fcpfen. Als Nationalratsabgeordnete Alev Korun 2009 im Parlament im Dirndl auftrat, erntete sie heftige Kritik sowohl vor Ort von einzelnen ParlamentarierInnen, als auch medial. <br> Die in Kamerun aufgewachsenen Schwestern Marie Darouiche und Rahm\u00e9e Wetterich produzieren in M\u00fcnchen unter dem Label Noh Nee Dirndl aus afrikanischen Stoffen. Ihr Ziel: Menschen sollen ihre Traditionen im neuen Licht sehen. Die bosnisch-\u00f6sterreichische K\u00fcnstlerin und Architektur-Historikerin Azra Aksamija n\u00e4hte eine sogenannte Dirndlmoschee: ein Dirndlkleid, dessen Kittel sich in einen islamischen Gebetsteppich f\u00fcr drei Personen verwandeln l\u00e4sst. Unter anderem um zu zeigen, dass Muslimin und \u00d6sterreicherin zu sein keinen Widerspruch darstellen muss. <br> \u00dcber Kleidung werden Identit\u00e4ten konstruiert und Grenzen gezogen. Kopftuch als religi\u00f6ses Kleidungsst\u00fcck steht etwa nach wie vor an erster Reihe, wenn es um Beweisf\u00fchrung f\u00fcr die Unm\u00f6glichkeit der gemeinsamen Existenz unterschiedlicher religi\u00f6ser und ethnischer Gruppen geht.<br> Mode ist minimalistisch und prunkvoll, brav und provokant, klassisch und dekonstruktiv, ethnisch und uniform. Und alles andere als leichte Popkultur. <br> Die Beitr\u00e4ge in unserem Mode-Schwerpunkt konzentrieren sich stark auf deren global-politische Dimension. Eurozentrismus, Kolonialismus, Exotismus sowie faire Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie sind die \u00fcbergreifenden Themen. <br> \u201eIndien kommt nie aus der Mode!\u201c Ruby Sircar zitiert die letzte K\u00f6nigin Indiens, um in ihrem Beitrag den kolonialen Stil- und Formenaustausch zwischen Indien und Europa anhand einer historischen Strecke beginnend vom 19. Jahrhundert bis heute zu untersuchen. Westliche Modemagazine arbeiten nicht nur mit eurozentristischen und heteronormativen K\u00f6rperbildern, sondern grenzen auch die Kategorien class, race, gender und Alter kategorisch aus. Barbara Schmelzer Ziringer analysiert die Cover-Motive der Zeitschriften Vogue und Elle und pl\u00e4diert f\u00fcr eine Entgeschlechtlichung und Dezentrierung europ\u00e4ischer K\u00f6rperbilder. Die Designerin Cloed Baumgartner entwirft Mode aus alten Herrenanz\u00fcgen. Cornelia Kogoj sprach mit der Gr\u00fcnderin des \u00f6sterreichischen Design-Labels MILCH \u00fcber soziale und nachhaltige Mode sowie \u00fcber die politische Macht von Shopping. Das neue Selbstbewusstsein der afrikanischen Mode zeigt sich nicht nur an den weltweit stattfindenden African Fashion Weeks. simon INOU berichtet von der Vernichtung der afrikanischen Textilindustrie in den 1990er Jahren und von der Renaissance der afrikanischen Mode. Dutch Wax ist ein afrikanisch kodierter Stoff, der seit 1846 in den Niederlanden hergestellt und haupts\u00e4chlich in Afrika abgesetzt wird. Belinda Kazeem zeigt in ihrem Beitrag die Verwobenheit verschiedener Weltregionen bez\u00fcglich Herstellungsart, \u00c4sthetik und Produktion anhand des Werks des K\u00fcnstlers Yinka Shonibare. <br> Die Stimme-Serie \u00fcber Ungarn f\u00fchren wir mit zwei Interviews fort. Tam\u00e1s M\u00fcller sprach mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky, der Mitautorin des Buches \u201eMit Pfeil, Kreuz und Krone. Nationalismus und autorit\u00e4re Krisenbew\u00e4ltigung in Ungarn\u201c sowie mit der \u00dcbersetzerin, Elternaktivistin und Musikerin L\u00eddia Nadori. <br> Birgit Menne, K\u00fcnstlerin, Soziologin und Autorin, gab im M\u00e4rz 2013 die ihr 2008 verliehene Humanit\u00e4tsmedaille des Landes Ober\u00f6sterreich zur\u00fcck. Wir haben sie gebeten, ihre Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Stimme darzustellen. <br> Im August erscheint die vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete Neuauflage des ersten Groll-Romans von Erwin Riess aus dem Jahr 1999. Lesen Sie einen Vorabdruck aus &#8222;Herr Groll und die ungarische Trag\u00f6die&#8220;.<br> Nicht zuletzt erwarten Sie die Radio-Stimme-Nachlese von Sonja Hofmair \u00fcber die scheinbare Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen durch den Staat anhand des Sammelbandes \u201eQue[e]r zum Staat\u201c.<br> Interessante Lekt\u00fcre und sch\u00f6nen Sommer w\u00fcnscht<br> <strong>Gamze Ongan<\/strong>, Chefredakteurin<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme87_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"STIMME Nr. 87.pdf (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">STIMME Nr. 87.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1643,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[60],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1642"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1642"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1642\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3371,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1642\/revisions\/3371"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}