{"id":1667,"date":"2012-04-12T17:19:48","date_gmt":"2012-04-12T15:19:48","guid":{"rendered":"http:\/\/neustimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=1667"},"modified":"2020-11-13T23:02:14","modified_gmt":"2020-11-13T22:02:14","slug":"stimme-82-fruehjahr-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/stimme\/2012\/1667","title":{"rendered":"#82\/2012 Sag, wie hast du&#8217;s mit der Sprache?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme82_coverweb.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1668\" width=\"446\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme82_coverweb.jpg 595w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme82_coverweb-217x300.jpg 217w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme82_coverweb-520x718.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>In eigener Sache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben es schon gemerkt: Die Stimme pr\u00e4sentiert sich mit dieser ersten Ausgabe 2012 in einem neuen Erscheinungsbild. Wir haben nicht nur ein neues Layout, neues Papier und Schmuckfarbe sondern auch der Umfang wurde auf 36 statt bisher 32 Seiten ausgeweitet. F\u00fcr den Stimme-Relaunch ist der freischaffende K\u00fcnstler und Grafikdesigner Fatih Aydo\u011fdu verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel war, bei gleichbleibender Struktur, Inhalt und Textmenge ein neues, moderneres Layout zu gestalten, um die Stimme leserfreundlicher zu machen. Satzspiegel und Textraster sind modular aufgebaut, die neuen Typographien und einzelne fixe Stilelemente erm\u00f6glichen bei minimal gehaltenen Seitenstruktur\u00e4nderungen verschiedene Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein zur\u00fcckhaltendes aber anspruchvolles Design. Der redaktionelle Aufbau ist bis auf die neue Rubrik &#8222;Aushang&#8220; mit Kurznachrichten und dem &#8222;Stimme-Gespr\u00e4ch&#8220; gleich geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle Ausgabe<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 2010 traute sich eine alteingesessene \u00f6sterreichische Molkerei ihre Milchpackungen f\u00fcr t\u00fcrkische Superm\u00e4rkte mit zweisprachigen Etiketten zu liefern. W\u00e4hrend auf zwei Seiten der Milchkartons nach wie vor vertraut Milch stand, war auf den anderen zwei S\u00fct zu lesen. Was als Marketinginstrument zur Gewinnung von Sympathien der KonsumentInnen t\u00fcrkischer Herkunft gedacht war, entwickelte sich jedoch blitzartig zu einem sprachpolitischen Skandal. Ein Proteststurm folgte. Der \u00c4rger artikulierte sich je nach der Schattierung politischer Herkunft in folgenden Argumenten: Die zweisprachige Beschriftung sei kontraproduktiv f\u00fcr Integration, w\u00fcrden doch die Leute sich nicht die M\u00fche machen Deutsch zu lernen. Oder: Das Unternehmen w\u00fcrde um Integrationsverweigerer als Kunden buhlen. Bis zu Aufrufen, keine Produkte des Unternehmens zu kaufen und der Forderung nach Deutschpflicht f\u00fcr Produktbezeichnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Absurd, komisch, tragikomisch \u2013 trotzdem ein eindringliches Beispiel einerseits f\u00fcr die \u00dcberbewertung der deutschen Sprache f\u00fcr Integration und andererseits f\u00fcr das Bedrohungspotential, das die Herkunftssprachen der eingewanderten Menschen f\u00fcr \u00d6sterreich zu haben scheinen. Von der Ignoranz der Mehrsprachigkeit als Ressource und Bildungsziel ganz zu schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Sag, wie hast du\u00b4s mit der Sprache?&#8220; nannte sich \u2013 frei nach der &#8222;Gretchenfrage&#8220; aus Johann Wolfgang von Goethes Faust \u2013 auch das Symposium anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Initiative Minderheiten im November 2011. Im vorliegenden Stimme-Heft f\u00fchren wir die Diskussion um die Instrumentalisierung der Sprache als Politikum fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Macht der Sprache \u2013 produktive wie diskriminierende \u2013 bildet den roten Faden durch die Beitr\u00e4ge. Hikmet Kayahan kritisiert die Reduzierung der Debatten rund um Integration auf die vermeintlich ungen\u00fcgenden Sprachkenntnisse und weist gleichzeitig auf die Bedeutung der Sprache als machtvolles Instrument gegen die gesellschaftliche Benachteiligung nicht nur von MigrantInnen hin. Anhand eines sprachbiografischen Gespr\u00e4chs mit Mitarbeiterinnen von Migrantinneneinrichtungen stellt Vlatka Frketi\u0107 die Allgegenw\u00e4rtigkeit der Mehrsprachigkeit dar und analysiert, warum wir in verschiedenen Situationen vorziehen, die eine oder die andere Sprache zu sprechen. \u201eAm 1. M\u00e4rz sprechen wir Sprachstreik!\u201c So lautet das Motto des Transnationalen MigrantInnenstreiks 2012 in \u00d6sterreich. Der globale Aktionstag geht auf die Proteste gegen Einwanderungsgesetze 2006 in den USA zur\u00fcck und wird seit 2011 auch in \u00d6sterreich begangen. Wir drucken das aktuelle Manifest ab. Um die schulische Sprachbildung \u00f6sterreichischer Minderheiten geht es im Beitrag von Vladimir Wakounig. Der Autor zeigt auf, warum die steigenden Teilnahmezahlen am zweisprachigen Unterricht in Burgenland und K\u00e4rnten noch keinen Grund zur Freude bilden. Jessica Beer und Cornelia Kogoj widmen sich in ihrem Artikel SchriftstellerInnen mit mehrsprachiger literarischer Sozialisation und zeigen, wie das Schreiben in Deutsch, genauso wie etwa in K\u00e4rntner Slowenisch einem politischen Statement gleich kommen kann. Der Widerstand gegen politisch korrekte Sprache als Diktat ist nach wie vor gro\u00df. Warum d\u00fcrfen Ausdr\u00fccke, die &#8222;schon immer&#8220; und &#8222;\u00fcberhaupt nicht b\u00f6se gemeint&#8220; verwendet wurden, auf einmal &#8222;diskriminierend&#8220; und daher tabu sein? Gudrun Perko und Leah Carola Czollek haben die Antworten. Ljubomir Brati\u0107 schlie\u00dflich analysiert in seinem Beitrag die Machtbeziehung zwischen der Hoch- und der Alltagssprache bzw. deren SprecherInnen. W\u00e4hrend die Wirksamkeit der ersteren in der Herstellung einer Ordnung besteht, so Brati\u0107, befinden wir uns in der Alltagssprache in einem Reich der Str\u00f6me und des Werdens.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle zwei Empfehlungen: Die Radio-Stimme Sendungen &#8222;Was sprichst Du? Ein Schwerpunkt zu Sprache, Macht und Minderheiten&#8220; vom 2. November 2011 und \u201cHast du atesch? Feuer f\u00fcr die Mehrsprachigkeit in der Schule!&#8220; vom 10. Dezember 2011 widmen sich ebenfalls dem Thema &#8222;Sprache&#8220;. Nachzuh\u00f6ren im Sendungsarchiv von Radio Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Neue Lust am Lesen w\u00fcnscht<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gamze Ongan<\/strong>, Chefredakteurin<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme82_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"STIMME_Nr. 82.pdf  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">STIMME_Nr. 82.pdf <\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1668,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[74],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1667"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1667"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1667\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3377,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1667\/revisions\/3377"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}