{"id":1680,"date":"2011-07-19T17:50:35","date_gmt":"2011-07-19T15:50:35","guid":{"rendered":"http:\/\/neustimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=1680"},"modified":"2020-12-07T20:31:43","modified_gmt":"2020-12-07T19:31:43","slug":"stimme-nr-79-sommer-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/stimme\/2011\/1680","title":{"rendered":"#79\/2011 20 Jahre Stimme"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"438\" height=\"600\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme_79netz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1681\" srcset=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme_79netz.jpg 438w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme_79netz-219x300.jpg 219w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir feiern Geburtstag. Die erste Ausgabe der STIMME ist genau vor 20 Jahren erschienen. Die Anregung, als Initiative Minderheiten (damals noch unter dem Namen Initiative Minderheitenjahr) eine \u201eMinderheitenzeitschrift\u201c herauszugeben, kam unter der politischen Verantwortung der damaligen Stadtr\u00e4tin Ursula Pasterk vom Kulturamt der Stadt Wien \u2013 ebenso die erste Finanzierung. <br>Das anf\u00e4ngliche Redaktionsteam unter der Leitung von Gerhard Hetfleisch bestand u. a. aus Haydar Sar\u0131, Vinko Pa\u0161ali\u0107 (\u20201998), Vladimir Wakounig, Elisabeth Feuerstein, Gerald Nitsche, Franjo Schruiff und Hans Peter Schatz. 1993 \u00fcbernahm Hakan G\u00fcrses die Chefredaktion und f\u00fchrte sie bis Ende 2007. Ebenso 1993 erschienen die ersten Kolumnen \u201eGroll\u201c von Erwin Riess und \u201eBrief aus Istanbul\u201c von Gerald Nitsche. 1994 folgte \u201eKahlauers Tagebuch\u201c, 1996 die \u201eStimmlage\u201c. Die STIMME entwickelte sich im Laufe der Jahre nicht zuletzt dank ihren zahlreichen Autorinnen und Autoren zu einer bedeutenden medialen Plattform f\u00fcr minorisierte Gruppen in \u00d6sterreich. <br>Die Jubil\u00e4umsausgabe zum 20-j\u00e4hrigen Bestehen der STIMME und der Initiative Minderheiten (IM) beleuchtet die politischen und sozialen Entwicklungen zu einzelnen minorisierten Gruppen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. <br>Vida Bakondy hat f\u00fcr die Jubil\u00e4umsausgabe eine Timeline erarbeitet, die die historischen Entwicklungen aller Minderheiten in \u00d6sterreich erstmals zusammenf\u00fcgt. Auffallend in dieser Zusammenstellung ist, dass in den 1990er Jahren parallel zur Entwicklung von Rechten der Volksgruppen, von Lesben und Schwulen sowie von Menschen mit Behinderung jene von MigrantInnen und Fl\u00fcchtlingen sukzessive beschnitten werden. Ein Hinweis darauf, dass die Bildung von minorit\u00e4ren Allianzen wichtiger wird denn je zuvor? Aus Platzmangel kaum ber\u00fccksichtigt werden konnte u. a. die Vielzahl an Vereinsgr\u00fcndungen, medialen Plattformen und zivilgesellschaftlichen Protesten, die die Minderheitenpolitik wesentlich gepr\u00e4gt und ver\u00e4ndert haben. <br>Alle AutorInnen und InterviewpartnerInnen dieser Ausgabe sind der IM als Vorstandsmitglieder oder durch ihr Engagement in der Umsetzung zahlreicher <br>Projekte verbunden. Sie befassen sich r\u00fcckblickend mit 20 Jahre Minderheitenpolitik aus Blickwinkeln der verschiedenen Gruppen. Unabh\u00e4ngig vom jeweiligen Schwerpunkt wiederholen sich in den Beitragen bestimmte Ereignisse und Themen: So f\u00fchrt das \u201eLichtermeer\u201c 1993 mit 300.000 TeilnehmerInnen gegen das FP\u00d6-Volksbegehren \u201e\u00d6sterreich zuerst\u201c kurz zur Annahme, dass die Zivilgesellschaft imstande sei, sich gegen Nationalismus und Rassismus durchzusetzen. Das Bombenattentat von Oberwart 1995, dem vier Roma zum Opfer fielen, symbolisiert hingegen als H\u00f6hepunkt einer rassistischen Anschlagsserie die \u201eAufk\u00fcndigung eines antifaschistischen und antirassistischen Grundkonsenses\u201c in der Zweiten Republik (Baumgartner, S. 28). Immer wieder Thema sind dar\u00fcber hinaus die Nichteinhaltung verfassungsrechtlich abgesicherter Minderheitenrechte \u2013 Stichwort Ortstafeln, die wiederholten Tabubr\u00fcche hinsichtlich der nach wie vor unaufgearbeiteten NS- Geschichte \u00d6sterreichs, die schwarz-blaue Regierung unter Beteiligung der FP\u00d6 und die permanente Versch\u00e4rfung der Fremden- und Asylgesetzgebung. <br> \u201eDie Initiative Minderheiten war eine Provokation\u201c, so der Obmann der IM, Vladimir Wakounig, im Gespr\u00e4ch, das Gerd Valchars mit ihm und der langj\u00e4hrigen Obfrau Ursula Hemetek gef\u00fchrt hat. Die beiden Gr\u00fcndungsmitglieder erz\u00e4hlen von den Anf\u00e4ngen der IM und was man h\u00e4tte anders machen sollen. <br>Vida Bakondy sprach mit Hakan G\u00fcrses, der die Stimme \u00fcber 15 Jahre als Chefredakteur und Kolumnist gepr\u00e4gt hat. Eine Auswahl an \u201eStimmlagen\u201c von G\u00fcrses aus den Jahren 1997 bis 2010 drucken wir im vorliegenden Heft ab. Diese beziehen sich auf die politischen Entwicklungen der jeweiligen Zeit, haben aber, so traurig es ist, an Aktualit\u00e4t nichts eingeb\u00fc\u00dft. <br>Franjo Schruiff zieht einen Bogen betreffend Volksgruppenpolitik von 1981 bis heute, um festzustellen, dass die Volksgruppen wieder einmal auf den guten Willen der Mehrheit angewiesen sind \u2013 wie vor 30 Jahren.<br>Die landeseigene \u201eTradition der Kontinuit\u00e4t\u201c besch\u00e4ftigt auch Hikmet Kayahan, der glaubt, seit 20 Jahren in einer \u00f6sterreichischen Zeitschleife festzusitzen. <br>Helga Pankratz und Sushila Mesquita erz\u00e4hlen im Gespr\u00e4ch mit Vida Bakondy von Fortschritten in der Gesetzgebung und gesellschaftlicher Stagnation betreffend der Behandlung von Lesben, Schwulen und TransGender-Personen. <br>Zwischen Frustration und Hoffnung bewegt sich der R\u00fcckblick von Peter Schwarz \u00fcber den Umgang \u00d6sterreichs mit der NS-Vergangenheit und der Entwicklung der j\u00fcdischen Gemeinde. <br>Erwin Riess, der die Stimme \u00fcber Jahre hinweg mit seiner Kritik am Umgang der Gesellschaft und der Politik mit behinderten Menschen begleitet hat, thematisiert die Vernichtung der Errungenschaften der autonomen Behindertenbewegung durch das Sparpaket 2011. <br>Gerhard Baumgartner schlie\u00dflich konzentriert sich auf die Sprachminderheiten und stellt fest, dass das Schicksal der \u00f6sterreichischen Volksgruppen mit dem der MigrantInnen in \u00d6sterreich eng verkn\u00fcpft ist. <br>Die STIMME entsteht mit knappen personellen und finanziellen Ressourcen. Ohne das gro\u00dfe Engagement von zahlreichen Freunden und Freundinnen der IM w\u00e4re es nicht gelungen, diese Publikation 20 Jahre aufrechtzuerhalten. Ihnen allen, der schultz+schultz-Mediengestaltung, der Drava Druckerei, Erich Demmer f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung und nicht zuletzt unseren Lesern und Leserinnen an dieser Stelle einen herzlichen Dank! <br>Einen besonderen Dank an Vida Bakondy f\u00fcr ihre gro\u00dfe Unterst\u00fctzung in der Konzeption und Entstehung dieser Jubil\u00e4umsausgabe und an Fatih Aydo\u011fdu, der f\u00fcr das Cover und die Infografik verantwortlich zeichnet. <br>Ebenso danken m\u00f6chten wir dem Kulturamt der Stadt Wien, das es bis heute f\u00f6rderlich findet, dass es diese STIMME gibt und sie finanziell unterst\u00fctzt, sowie dem Bundesministerium f\u00fcr Unterricht, Kunst und Kultur und den Landesregierungen Tirol und Burgenland. <br>Auf weitere zwei und mehr Dekaden mit der STIMME! <br><strong>Gamze Ongan<\/strong>, Chefredakteurin <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimme_79_rz_neu.pdf\" target=\"_blank\"><strong>STIMME Nr. 79.pdf <\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1681,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[116,51,53],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1680"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1680"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1680\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3381,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1680\/revisions\/3381"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}