{"id":1692,"date":"2010-07-15T17:57:50","date_gmt":"2010-07-15T15:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/neustimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=1692"},"modified":"2020-12-07T20:29:47","modified_gmt":"2020-12-07T19:29:47","slug":"stimme-nr-75-sommer-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/stimme\/2010\/1692","title":{"rendered":"#75\/2010 R\u00fcckkehr"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/05\/stimmecover_75.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-1693\" width=\"434\" height=\"608\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Traum von der R\u00fcckkehr ins Herkunftsland steht am Anfang fast jeder Migration, sei sie freiwillig oder erzwungen. F\u00fcr die einen soll die R\u00fcckkehr angetreten werden, wenn einmal genug Geld verdient und die Zukunft der Kinder gesichert ist, w\u00e4hrend die anderen darauf hoffen, dass die Fluchtgr\u00fcnde aus dem Weg ger\u00e4umt werden und im Heimatland wieder Frieden einkehrt. Auch die R\u00fcckkehr kann freiwillig oder erzwungen erfolgen, etwa wenn Asylantr\u00e4ge abgewiesen oder Illegalisierte abgeschoben werden. Der Rat der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr die \u201eHarmonisierung der R\u00fcckkehrpolitik\u201c stellt den Mitgliedsstaaten f\u00fcr die Jahre 2008 bis 2013 insgesamt 676 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung, damit diese R\u00fcckkehrma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. <br>So wie die ArbeitsmigrantInnen der ersten Generation glaubten, sie w\u00fcrden eines Tages zur\u00fcckkehren, waren sie auch f\u00fcr die Aufnahmel\u00e4nder \u201etempor\u00e4r Aufh\u00e4ltige\u201c, die nach getaner Arbeit wieder gehen sollten. So haben alle Beteiligten \u00fcber Jahre hinweg nicht wahrnehmen wollen, dass hier eine \u201eEinwanderung ohne Einwanderungsentscheidung&#8220; \u2013 so die Migrationsforscherin Ursula Boos-N\u00fcnning \u2013 stattfand.<br>R\u00fcckkehr kann Folge erfolgreicher wie&nbsp; gescheiterter Migration sein. Manche ArbeitsmigrantInnen werden erst im Ruhestand zu RemigrantInnen. Andere tr\u00e4umen ein Leben lang davon, w\u00e4hrend die Lebensrealit\u00e4t l\u00e4ngst ihre Pl\u00e4ne durchkreuzt hat. Oft bleibt es bei einer imaginierten und schlussendlich verpassten R\u00fcckkehr. Manchmal geschieht die \u201eR\u00fcckf\u00fchrung\u201c gar erst nach dem Tod. Und immer mehr stellt sich die Frage, ob in einer Zeit von regelm\u00e4\u00dfigen Hin- und R\u00fcckwanderungsbewegungen \u00fcberhaupt noch von Remigration gesprochen werden kann.<br>R\u00fcckkehr ist jedenfalls ein sehr emotionales Thema. So wundert es nicht, dass ein Gro\u00dfteil der&nbsp; Beitr\u00e4ge in dieser Ausgabe eher pers\u00f6nlich ausgefallen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKeine von uns sollte jemals zur\u00fcckkehren\u201c, unter diesem programmatischen Titel befasst sich Katherine Klinger, deren Mutter 1938 aus Wien fliehen musste, mit der Unm\u00f6glichkeit der j\u00fcdischen Remigration nach 1945 nach \u00d6sterreich. In einem ebenfalls sehr pers\u00f6nlichen Essay berichtet Hikmet Kayahan vom letzten Heimflug seines toten Vaters und stellt sich die Frage \u2013 wohl stellvertretend f\u00fcr viele andere \u2013, wohin die R\u00fcckkehr f\u00fchren soll.<br>Auch in Horst Widmers Artikel geht es um die verpasste und dann doch stattfindende R\u00fcckkehr: In einem Mercedes von Drnda internacional, dem gr\u00f6\u00dften privaten Bestattungsunternehmer Serbiens. Das Coverbild sowie die Fotos der Themenstrecke stammen von Gernot Puck und dokumentieren die Arbeit von Drnda. <br>Herwig Schinnerl wirft einen kritischen Blick auf die sogenannte freiwillige R\u00fcckkehr der AsylwerberInnen nach Tschetschenien und geht auf die verschiedenen Standpunkte der beteiligten Akteure ein. In diesem Zusammenhang sprach Kerstin Kellermann mit Cecilia Heiss, Psychologin im Verein Hemayat \u00fcber eine tschetschenische Mutter und ihren sechsj\u00e4hrigen Sohn, die zu einer \u201efreiwilligen\u201c R\u00fcckkehr gezwungen wurden. <br>Einen ganz anderen Schwerpunkt setzt Karima Aziz, die anhand Remigrations-Weblogs die Motive polnischer RemigrantInnen analysiert.&nbsp; <br>Erwin Riess schlie\u00dflich nimmt ein Kindheitserlebnis zum Anlass um von der \u201estillen\u201c R\u00fcckkehr eines \u00f6sterreichischen Kommunisten nach seiner Flucht aus dem Konzentrationslager Auschwitz zu erz\u00e4hlen.<br>Angenehme Lekt\u00fcre w\u00fcnscht<br><strong>Gamze Ongan<\/strong>, Chefredakteurin&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme75.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" STIMME Nr. 75.pdf (\u00f6ffnet in neuem Tab)\"> <\/a><strong><strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stimme75.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" STIMME Nr. 75.pdf (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">STIMME Nr. 75.pdf<\/a><\/strong><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1693,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[120,77,118,61,51,99],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1692"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3479,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692\/revisions\/3479"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}