{"id":4302,"date":"2024-11-19T15:29:30","date_gmt":"2024-11-19T14:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=4302"},"modified":"2024-11-21T16:46:46","modified_gmt":"2024-11-21T15:46:46","slug":"132-2024-gastarbajteri-60-jahre-arbeitsmigration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/allgemein\/2024\/4302","title":{"rendered":"#132\/2024 GASTARBAJTERI &#8211;                                      60 Jahre Arbeitsmigration"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-740x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4303\" width=\"555\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-740x1024.jpg 740w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-217x300.jpg 217w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-768x1063.jpg 768w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-1110x1536.jpg 1110w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web-520x720.jpg 520w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_cover_web.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Editorial #132<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAnfang der 1960er Jahre erzeugte die wirtschaftliche Hochkonjunktur in Westeuropa einen Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften, der durch \u201eGastarbeiter\u201c aus wirtschaftsschwachen L\u00e4ndern wie Jugoslawien und der T\u00fcrkei gedeckt werden sollte. So begann die Geschichte einer besonderen Form der Migration im Nachkriegseuropa, die von der urspr\u00fcnglichen Vorstellung, Arbeiter*innen je nach Bedarf stets durch neue zu ersetzen, zunehmend abwich. Heute (\u2026) besch\u00e4ftigt diese Migration nicht nur die Wirtschaft. Politik, Medien, sozialwissenschaftliche Forschung und Kunst haben in ihr ein Thema gefunden, das t\u00e4glich an Aktualit\u00e4t gewinnt. Weitgehend unsichtbar geblieben sind jedoch die Perspektiven der MigrantInnen selbst. In den dominanten \u00f6ffentlichen Diskursen und medialen Bildern fungieren sie nach wie vor haupts\u00e4chlich als Objekte der Repr\u00e4sentation, w\u00e4hrend sie als Subjekte meist marginalisiert bleiben.\u201c<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vor zwanzig Jahren zeigte die <strong>Initiative Minderheiten<\/strong> in Kooperation mit dem <strong>Wien Museum<\/strong> die Ausstellung \u201egastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration\u201c. Vierzig Jahre zuvor war das \u201eAbkommen zwischen der Republik \u00d6sterreich und der T\u00fcrkischen Republik \u00fcber die Anwerbung t\u00fcrkischer Arbeitskr\u00e4fte\u201c unterzeichnet worden. Die Ausstellung bildete den ersten Versuch, die Geschichte dieser historisch neuen Form der Migration aus der Perspektive der Arbeitsmigrant*innen nachzuzeichnen. \u201eGastarbajteri\u201c erz\u00e4hlte ausgehend von elf exemplarischen Orten und Zeitpunkten die Geschichte der Arbeitsmigration von 1964 bis 2014.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cemalettin Efe<\/strong>, der Ideengeber der Ausstellung, war im Jahr 1973 im Kindesalter nach \u00d6sterreich gekommen. In Erinnerung an das Wohnen in Baracken, die erlebte Verachtung und die verweigerten Rechte unterstrich er die Notwendigkeit, das Leben der Arbeitsmigrant*innen als Teil der Geschichte \u00d6sterreichs ins kollektive Ged\u00e4chtnis einzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel \u201egastarbajteri\u201c, das serbisch-kroatische Lehnwort f\u00fcr \u201eGastarbeiter\u201c, sollte den Bottom-Up-Charakter des Projekts unterstreichen, das von der Idee bis zur endg\u00fcltigen Realisierung auf allen Ebenen von migrantischen Akteur*innen mitgetragen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung stie\u00df auf gro\u00dfes Interesse, auch bei Zugewanderten der 2. und 3. Generation. Allein 422 F\u00fchrungen illustrierten das Interesse des Publikums. Die Schau zeichne \u201edie Geschichte einer Illusion\u201c nach, schrieb Samo Kobenter in <em>Der Standard<\/em> und Vlatka Frketi\u0107 sprach in <em>Malmoe<\/em> von den \u201eersten Bildern nach 40 Jahren\u201c, und einem Gespenst, das in Wien umgeht, \u201edas Gespenst des Stolzes, sich selbst zu sehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des 60. Jahres der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens mit der T\u00fcrkei dokumentieren wir in diesem Heft vier Stationen der Ausstellung:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s11-16.pdf\" target=\"_blank\">Narmanli Han<\/a><\/strong>, die Anwerbestelle in Istanbul, die 1964 von der \u00f6sterreichischen Wirtschaftskammer errichtet wurde, markiert den Beginn der Arbeitsmigration. Die <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s17-20.pdf\" target=\"_blank\">Arbeitersiedlung Waldd\u00f6rfl<\/a> <\/strong>in Ternitz widmet sich dem Thema Wohnen. Die Station <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s23-26.pdf\" target=\"_blank\">Fischfabrik C. Warhanek<\/a><\/strong>, die aufgrund ihrer prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse eine der ersten legalen Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Migrantinnen bot, steht f\u00fcr Frauenarbeitsmigration. <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s27-30.pdf\" target=\"_blank\">Adatepe<\/a><\/strong> schlie\u00dflich<strong>,<\/strong> ein kleines Dorf in der Marmararegion der T\u00fcrkei, aus dem mehr als die H\u00e4lfte der Einwohner*innen nach \u00d6sterreich emigriert ist, thematisiert Herkunft und R\u00fcckkehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dokumentation der Ausstellung \u201egastarbajteri\u201c aus dem Jahr 2004, in diesem Heft ausschnittsweise dargestellt, wird von zwei aktuellen Textbeit\u00e4gen begleitet:<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckblickend auf sechs Jahrzehnte der Arbeitsmigration spricht <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s08-10.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hakan G\u00fcrses<\/a><\/strong> von einer \u201eGeschichte der Ausblendungen\u201c, gepr\u00e4gt von Stereotypen, Mythen und Halbwissen. <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s21-22.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vlatka Frketi\u0107<\/a><\/strong> schreibt gegen genau diese Zuschreibungen, um die eigene Erinnerungskultur aufzubauen. Im Mittelpunkt ihres literarischen Texts \u201eDie falsche Zukunft\u201c stehen Erinnerungen als \u201eGastarbeiterkind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Worten von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s31.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kamil Bi\u00e7er<\/a>, der im Jahr 1967 als \u201eGastarbeiter\u201c aus Antakya nach Wien kam, w\u00fcnsche ich einen informativen R\u00fcckblick auf die Geschichte der \u201eGastarbeit\u201c:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOb T\u00fcrken oder Jugoslawen, die Gastarbeiter haben das Land aufgebaut. Das muss man feiern, das ist ja die Geschichte von \u00d6sterreich!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gamze Ongan<\/strong>, Chefredakteurin<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Aus dem Ausstellungstext \u201egastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration\u201c, J\u00e4nner bis April 2004 im Wien Museum, kuratiert von: Cornelia Kogoj und Sylvia Mattl-Wurm, k\u00fcnstlerische Konzeption und Gestaltung: gangart (Simonetta Ferfoglia, Heinrich Pichler).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.gastarbajteri.at\">www.gastarbajteri.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Wir bedanken uns bei der <strong>AK Wien<\/strong> f\u00fcr die Mitfinanzierung dieses Themenheftes.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Im Gedenken an Herman Hemetek &#8211; von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s04.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Petar Tyran<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Stimmlage: Doppelbindung und Doppelstandard &#8211; von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s06.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hakan G\u00fcrses<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen solidarischen Kampf gegen Antisemitismus &#8211; von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s32-33.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Isabel Frey<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Musik: Longa Vienna &#8211; Marwan Abado &amp; Ensemble  &#8211; von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web_s33.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hakan G\u00fcrses<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/11\/Stimme_132_web-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">STIMME Nr. 132.pdf<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Gestaltung: Fatih Aydo\u011fdu<\/p>\n\n\n\n<p>Lektorat: Daniel M\u00fcller<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Wir freuen uns \u00fcber jedes neue Abonnement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aboservice: <a href=\"mailto:abo@initiative.minderheiten.at\">abo(at)initiative.minderheiten.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Neue Abopreise:<\/p>\n\n\n\n<p>Jahresabo: \u20ac 30,- \/\/ Zwei-Jahresabo: \u20ac 50,-<br>Abo International: \u20ac 50,- \/\/ Zwei-Jahresabo International: \u20ac 75,-<br>(F\u00fcr Vereinsmitglieder kostenlos, Mitgliedschaft j\u00e4hrlich \u20ac 35,-)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>F\u00f6rdergeber*innen: Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), Bundesministerium f\u00fcr Kunst, Kultur, \u00f6ffentlicher Dienst und Sport (BMK\u00d6S), Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Zukunftsfonds der Republik \u00d6sterreich, Land K\u00e4rnten Kultur, Kulturabteilung Burgenland, Land Tirol<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4303,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,6],"tags":[115,79,58,61,51],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4302"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4302"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4302\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4359,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4302\/revisions\/4359"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}