{"id":4361,"date":"2024-12-09T13:50:03","date_gmt":"2024-12-09T12:50:03","guid":{"rendered":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/?p=4361"},"modified":"2025-03-24T15:30:02","modified_gmt":"2025-03-24T14:30:02","slug":"133-24-die-anderen-bilder-fotografische-spuren-der-minderheitengeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/stimme\/2024\/4361","title":{"rendered":"#133\/24 Die anderen Bilder &#8211; Fotografische Spuren der Minderheitengeschichte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"741\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-741x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4362\" srcset=\"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-741x1024.jpg 741w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-217x300.jpg 217w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-768x1061.jpg 768w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-1112x1536.jpg 1112w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-1483x2048.jpg 1483w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover-520x718.jpg 520w, https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_cover.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 741px) 100vw, 741px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Fotografie galt aufgrund ihres vermeintlich realit\u00e4tsnahen Abbildungscharakters lange Zeit als Medium der Wahrheit. Allerdings ist dieser Wirklichkeitsanspruch mittlerweile stark hinterfragt. Schon die Entscheidung, wer in welchem Kontext und wie ins Bild gesetzt oder ausgelassen wird, kann eine Verzerrung der Realit\u00e4t bewirken. Fotografien wurden schlie\u00dflich immer schon zu spezifischen Zwecken hergestellt \u2013 zur Schaffung von Bedeutungen und Herbeif\u00fchrung bestimmter Wirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert hat sich das fotografische Medium zu einem zentralen Instrument der Selbstdokumentation entwickelt. War das Fotografieren und Fotografiert-Werden anfangs auf b\u00fcrgerliche Schichten beschr\u00e4nkt, wurde es im Verlauf des 20. Jahrhunderts \u2013 durch die zunehmende Vereinfachung und Verbilligung der Technik \u2013 auch von breiteren sozialen Schichten als visuelles Mittel der Selbsterm\u00e4chtigung genutzt: zur Dokumentation, f\u00fcr eigene Identit\u00e4tsentw\u00fcrfe und als Erinnerungsmedium.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese positive Dimension der Fotografie geht jedoch von Beginn an mit einer anderen, repressiven Funktion einher. Sie dient ebenso der visuellen Kontrolle und Abwertung, indem unterschiedliche soziale und ethnische Gruppen mittels fotografischer Darstellungen typologisiert, abgewertet und stereotyp dargestellt werden. Vorstellungen des <em>Eigenen <\/em>und des <em>Anderen, <\/em>die Fremd- und Selbstdarstellung sind untrennbar mit der Geschichte des fotografischen Mediums verkn\u00fcpft \u2013 somit auch die K\u00e4mpfe um Macht, Sichtbarkeit und Identit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Themenheft widmen wir uns der historischen und gegenw\u00e4rtigen Darstellung und Selbstdarstellung von Minderheiten durch Fotografie sowie ihren sozialen Gebrauchsweisen. Wir n\u00e4hern uns dem Thema anhand von vier Textbeitr\u00e4gen und drei k\u00fcnstlerischen Positionen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sprachen mit dem Fotohistoriker <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S08-12.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anton Holzer<\/a><\/strong> \u00fcber die fotografiegeschichtliche Forschung zu Minderheiten und fragten ihn, welche Bilder die Differenz verfestigen und wie heute mit historischen Fotografien umzugehen ist, die in Gewaltkontexten entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kulturwissenschaftlerin <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S23-27.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Regener<\/a><\/strong> stellt am Beispiel der d\u00e4nischen Aktivistengruppe \u201eBefreiungsfront der Schwulen\u201c dar, wie \u201eeigene\u201c Bilder selbst produziert, verbreitet und tradiert werden k\u00f6nnen \u2013 f\u00fcr Sichtbarkeit und Anerkennung und gegen visuelle Fremdzuschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>In g\u00e4ngigen Fotomotiven sind Migrant*innen selten als handelnde Subjekte zu sehen. Die Historikerin <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S18-22.pdf\" target=\"_blank\">Vida Bakondy<\/a><\/strong> beschreibt und zeigt die <em>anderen <\/em>Bilder \u2013 entstanden aus Begegnungen auf Augenh\u00f6he \u2013 am Beispiel der Aufnahmen des jugoslawischen Fotoreporters <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S18-22.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jovan Ritope\u010dki<\/a><\/strong> in \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S30-34.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Volker Sch\u00f6nwiese<\/a><\/strong> ist Gr\u00fcnder von <em>bidok<\/em>, der Plattform f\u00fcr Informations- und Wissensvermittlung zu Inklusion und Behinderung. F\u00fcr uns analysiert er die bildlichen Inszenierungen von behinderten Menschen in Mainstreammedien und stellt ihnen die von behinderten Aktivist*innen selbstgemachten Bilder entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S16-17.pdf\" target=\"_blank\"><strong>Belinda Kazeem-Kami\u0144ski<\/strong><\/a> setzt sich k\u00fcnstlerisch mit der kolonialen Vergangenheit und den historisch gewachsenen Sichtbarkeitsregimen auseinander. Wir zeigen ihre Fotoinstallation <em>Strike a Pose, <\/em>mit der die K\u00fcnstlerin in rassistische Blickregime interveniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die Filmemacherin und Fotografin <strong><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S13-15.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lisl Ponger<\/a><\/strong> ist die Produktion von Kunst stets ein politischer Akt. Parallel zu ihren inszenierten Fotoarbeiten dokumentiert sie seit Jahr- zehnten Proteste der Zivilgesellschaft. In diesem Heft zu sehen: <em>There be Dragons <\/em>und Bilder der Demonstrationen gegen Schwarz-Blau aus den Jahren 2000 und 2001.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S28-29.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>H\u0131d\u0131r Emir<\/strong> und <strong>Mehmet Emir<\/strong><\/a> verbindet eine gemeinsame Geschichte in Wien, die sie auf jeweils eigene Art dokumentiert haben. Der Vater fotografierte an Wochenenden tausende von Arbeitsmigrant*innen in ihrer Freizeit und lie\u00df sich selbst vor pr\u00e4chtigen Kulissen Wiens fotografieren. Der Sohn wiederum fotografierte den Vater und seine Freunde abends nach der Arbeit im Barackenheim. Wir zeigen eine Auswahl dieser Fotos.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee zu diesem Themenheft entstand in Kooperation mit dem Forschungsprojekt von Vida Bakondy \u201eVisualisierung migrantischer Lebenswelten\u201c. (Gef\u00f6rdert durch den FWF (Projektnummer T 1083)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir w\u00fcnschen anregende Lekt\u00fcre, neue Sichtweisen und viele einzigartige Momente im neuen Jahr!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gamze Ongan und Vida Bakondy<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Stimmlage: Zur Rolle der Linken beim Rechtsruck &#8211; von <a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/01\/Stimme_133_web_S06.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hakan G\u00fcrses<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/12\/Stimme_133_web1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">STIMME Nr. 133.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Gestaltung: Fatih Aydo\u011fdu<\/p>\n\n\n\n<p>Lektorat: Daniel M\u00fcller<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Wir freuen uns \u00fcber jedes neue Abonnement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aboservice: <a href=\"mailto:abo@initiative.minderheiten.at\">abo(at)initiative.minderheiten.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Neue Abopreise:<\/p>\n\n\n\n<p>Jahresabo: \u20ac 30,- \/\/ Zwei-Jahresabo: \u20ac 50,-<br>Abo International: \u20ac 50,- \/\/ Zwei-Jahresabo International: \u20ac 75,-<br>(F\u00fcr Vereinsmitglieder kostenlos, Mitgliedschaft j\u00e4hrlich \u20ac 35,-)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>F\u00f6rdergeber*innen: Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), Bundesministerium f\u00fcr Kunst, Kultur, \u00f6ffentlicher Dienst und Sport (BMK\u00d6S), Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Zukunftsfonds der Republik \u00d6sterreich, Land K\u00e4rnten Kultur, Kulturabteilung Burgenland, Land Tirol<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4362,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[79,84,70,51],"distributor_meta":false,"distributor_terms":false,"distributor_media":false,"distributor_original_site_name":"Zeitschrift Stimme","distributor_original_site_url":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4361"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4361"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4411,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4361\/revisions\/4411"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stimme.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}